- Reisen - 2003 - Karpatengold
(Karpatentour im Juni 2003)
In Deva (Diemrich) erwartete uns unser Freund Răzvan bereits . Seine
neueste Errungenschaft war ein mausgrauer Dacia.
Wir gingen erst mal eine Ciorba de burtă essen, etwas was ich auf keiner
Rumänientour missen möchte.
Frisch gestärkt fuhren wir noch Andreea, Răzvans Frau, und Tudor, seinen
Sohn, abholen. Dann musste sich der Dacia zum ersten Mal bewähren. Mit 5
Personen und zwei Rucksäcken fuhren wir nach Vaţa de Jos. In dem
Dorf mitten im Siebenbürgischen Erzgebirge, auf rumänisch
Munţii Metaliferi, wohnt Răzvans Vater.
Dort angekommen gab es endlich etwas worauf wir schon lang gewartet hatten, wir
bekamen unsere erste Ţuica :-)
Bei gegrillten Hühnchenschenkeln, Bratkartoffeln und Brot mit
köstlichem Auberginenaufstrich konnten wir auch eine zweite und dritte
Ţuica nicht ablehnen.
Das Siebenbürgische Erzgebirge verdankt seinen Namen einem Metall, was seit
Menschengedenken die Gemüter bewegte - Gold.
Schon die alten Daker schürften in den Bergen nach dem begehrten Edelmetall.
Für die Römer waren die Berge das größte Goldabbaugebiet der
Antike und der Erlös finanzierte die Raubzüge der Cäsaren.
Auch heute noch wird in der Gegend um Roşia Montană Gold abgebaut.
Nur sitzen die Bosse nicht mehr in Rom sondern in Montreal.
Wenn auch der Gewinn aus dem Bergbau ausländische Taschen füllt, etwas
ist in Rumänien geblieben - die schönsten und seltendsten
kristallienen Goldstufen die je gefunden wurden.
Heute sind sie im Goldmuseum von Brad, einer kleinen Bergarbeiterstadt im
Erzgebirge, zu bewundern.
Wir hatten Glück denn Führungen konnten nur für Gruppen ab 5
Personen stattfinden.
Zu Ceauşescus Zeiten war ein Besuch im Goldmuseum für einen
Individualtouristen praktisch unmöglich, er brauchte eine Genehmigung vom
Bergbauministerium die de facto so gut wie nie erteilt wurde.
Das Gold der Karpaten ist aufgrund seines Erscheinungsbildes einzigartig.
Es sind keine Klumpen oder Nuggets sondern kristallline Strukturen, die
die kuriosesten Forman annehmen können. Gebilde die an Halsketten oder
Korallen erinnern konnten wir hinter den Glasvitrinen bewundern.
Zurück in Deva, hieß es Abschied zu nehmen. Mit dem Zug wollten wir
nach Orăştie und dort unsere Freunde besuchen.
Muzeul Aurului (Goldmuseum), Brad
str. Independenţi nr. 2
RO-335200 Brad
Öffnungszeiten:
Mo - Fr: 09:00 - 14:00 Uhr
Eintritt:
Erwachsene: 20.000 Lei/Person; (Nur Gruppen ab 5 Personen)